Kalkofes Kommentar zur Satirefreiheit

Oliver Kalkofe hat in seinem Kommentar zur Satirefreiheit ziemlich genau die Gedanken aufgegriffen und gewohnt großartig ausformuliert, die mir seit einigen Tagen durch den Kopf gehen. Es ist tatsächlich nicht zu fassen, wie viele – ansonsten doch ziemlich intelligente – Menschen entweder die Satire nicht kapiert, den Zusammenhang ignoriert oder das Thema Gewaltenteilung nicht verstanden haben.

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Ist das Satire oder ist der so bekloppt?

Wenn die ganze Geschichte nicht so traurig wäre, dann könnte man sich ja herrlich über den Reporter des türkischen Senders „A Haber“ amüsieren. Aber vielleicht ist es ja Satire, aber anscheinend ist es das wohl nicht.  „Ist das Satire oder ist der so bekloppt?“ weiterlesen

Grenzen der Satire

Zumindest eines hat Jan Böhmermann auf jeden Fall erreicht: Es wird mal wieder fleissig über die Grenzen der Satire diskutiert. Persönlich bin ich ja der Meinung, dass der viel erwähnte und so gut wie nie zitierte Vortrag des Gedichts „Schmähkritik“ im Zusammenhang der Sendung eindeutig in die Kategorie Satire fällt. Es sagt ja niemand, dass Satire geschmackvoll sein müsse – das wäre eine ganz andere Frage.  „Grenzen der Satire“ weiterlesen

Diese Türkei gehört nicht in die EU

Grundsätzlich bin ich ja ein Fan von der Idee, dass die Türkei der EU beitreten würde. Aber erst irgendwann einmal, wenn Erdogan und seine AKP nicht mehr das Sagen haben. Denn spätestens jetzt muss doch jedem klar sein, dass die Regierung in der Türkei so weit weg von europäischen Werten und Normen ist, dass ernsthaft über eine EU-Mitgliedschaft dieser Türkei nachzudenken durchaus als Anzeichen für einen kompletten Realitätsverlust gesehen werden darf.

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Das ist alles nur geklaut…

Dumm gelaufen für Herrn Merz – nicht nur hat er für eine Rede aus einem anderen Text abgeschrieben – er wurde auch noch erwischt.

Mit viel Applaus bedachte das Publikum die launige Rede von CDU-Politiker Merz, die er als neuer Träger des «Ordens wider den tierischen Ernst» hielt. Nun allerdings ist herausgekommen: Sie war nicht ganz von ihm selbst.

Bei Zyn gibt es den Original-Text zu lesen.

Die spinnen doch alle…

Je länger der Ärger um die Karikaturen dauert, desto mehr möchte man kotzen. Einige meinen das alles immer weiter anheizen zu müssen mit Karikatur-Wettbewerben, auf der einen Seite Mohammed-Zeichnungen, auf der anderen Seite Holocaust-Karikaturen und dann kommt raus, dass die dänische Zeitung “Jyllands-Posten” (ja genau, dass sind die mit den Mohammed-Karikaturen) vorher einige Jesus-Karikaturen aus Sorge um die Gefühle ihrer Leser abgelehnt hat.
Ist schon klar, Pressefreiheit bedeutet nicht, dass alles gedruckt werden müsste und Ausgewogenheit muss auch nicht sein – aber man wird ja mal über so was nachdenken dürfen… Ein Ende der Aufregung ist ja nun nicht in Sicht, im Gegenteil 🙁

Nur so viel noch dazu aus dem Interview mit Robert Gernhardt bei tagesschau.de:

tagesschau.de: Anders als im Christentum hat der Islam aber das Abbildungsverbot …
Gernhardt: … das es so aber gar nicht gibt. In dem entsprechenden Glaubenssatz aus einem Begleitbuch des Koran heißt es lediglich „Die Engel werden Häuser nicht betreten, in denen Hunde sind und bildliche Darstellungen“. Das erscheint mir sehr auslegungswürdig. Genau so gut könnte ein Islamist formulieren, dass alle Menschen, die Hunde im Haus halten, bestraft werden müssen. Wie viel wollen wir uns noch – um des lieben Friedens willen – an unsinnigen Auslegungen heiliger Schriften aufzwingen lassen?

Egal wie nun der genaue Wortlaut der Stelle auch ist, in dem Punkt dürfte sich der Koran nicht von den Schriften unterscheiden, aus denen die Bibel zusammengesetzt wurde: es bleibt viel Platz für Auslegung und Interpretation. Sind diese Interpretationen alter Texte wirklich so wichtig, dass man sich deswegen heute die Köpfe einschlagen muss?

Gar nichts mehr glauben

Es geht sicher nicht nur Johnny so: Ich glaube gar nichts mehr. Wenn man sich so anschaut, wie derzeit von Extremisten auf beiden Seiten versucht wird aus den Mohamed-Karikaturen einen Kulturkampf zu machen. Wer profitiert denn davon? Welche Gründe gibt es, die Sache immer weiter anzutreiben und immer mehr Öl ins Feuer zu giessen?
Johnny hat schon recht:

Ich glaube gar nichts mehr
Außer vielleicht daran, dass ich gerade Zeuge einer gewalt(tät)igen Inszenierung bin. Mir ist allerdings nicht völlig klar, wer die Regisseure sind.

Meinungsfreiheit?

Diese Karikaturen sorgen ja echt für einen Heidenspass (jaja, 5 Euro in die Wortspielkasse). Botschaften werden gestürmt, Fahnen verbrannt… der offenbar gut organisierte Protest weitet sich aus.
Und dann kommen Leute und meinen das noch anheizen zu müssen: der Herr Bartels ruft in seinem Weblog zu einem „Mohamed Karikatur Wettbewerb“ auf. Das alles im Namen der Meinungs- und Pressefreiheit. Nur: das hat mit Meinungs- und Pressefreiheit nichts, aber auch gar nichts zu tun.
Klar darf man seine Meinung frei äußern, auch in Form von Karikaturen. Und wenn dabei auch Mohamed in einer Karikatur abgebildet wird müssen das eben auch Moslems tolerieren. In seinem „Wettbewerb“ geht es Herrn Bartels aber nicht um eine Meinungsäußerung, sondern allein darum es „den Moslems mal zu zeigen“ (Erinnert mich ein wenig an die Steinigungsszene im Leben des Brian: „Jehova, Jehova“). Und vorsätzliche Beleidigungen muss man nicht tolerieren. Nicht umsonst gibt es da den §166 des Strafgesetzbuches – und das wiegt schwerer als ein rotes Parteibuch.
Satire ist das eine, Menschen und ihren Glauben beleidigen eine andere.