Islamhass – oder was auf den Terror folgt

Gestern wurde das freie Europa erneut von einer Serie an Anschlägen getroffen. Brüssel, die eigentliche Hauptstadt Europas, musste nun das selbe erleben, was Paris im vergangenen Jahr sogar zweimal durchleben musste. Den Hass von von ein paar selbsternannten „Gotteskriegern“, denen Religion und Glaube wahrscheinlich so viel bedeutet wie mir ein Fußballspiel in der 3. Liga Australiens.

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Auf Terror folgt Islamhetze

Ich hatte mir fest vorgenommen, nicht mehr so viel über die AfD zu schreiben. Ich hatte mir fest vorgenommen, der erste Beitrag zu Kamikaze-Demokratie wird nicht zur AfD sein. Doch die AfD drängt sich immer wieder in den Vordergrund und ich muss nun meine guten Vorsätzen leider vernachlässigen.

Es war zu erwarten. Wenn ein Terroranschlag verübt wird und sich Daesh dazu bekennt, dann kann man davon ausgehen, dass die rechten Hetzer nicht lange auf sich warten lassen mit ihren Verallgemeinerungen, mit ihren Vorwürfen, mit ihrer Islamfeindlichkeit, kurz: Mit ihrer Hetze. Medienwirksam fällt dabei immer wieder die AfD auf und da ich in Dudweiler das „wunderbare Glück“ habe, dass ein Vertreter der AfD als Bezirksverordneter in unserem Bezirksrat sitzt, erfahre ich leider immer wieder, wie perfide und krank das Weltbild so mancher aus dieser Partei ist.

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Zensur, Presse- und Meinungsfreiheit

Wenn im Zusammenhang mit dem Streit um die Mohammed-Karikaturen noch einmal jemand von einem Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit spricht möge er bitte erst mal diesen Artikel bei Telepolis lesen.

Die Zensur durch die Religion vom „Geistigen Eigentum“ ist weniger sichtbar, aber umfassender als die Zensur durch traditionelle Religionen

Das Feuilleton setzte im Karikaturenstreit den „Westen“ mit Presse- und Meinungsfreiheit gleich, die es durch den Islam bedroht sah. Dabei blieb auffällig ausgeblendet, dass es auch in dem was Huntington die westliche Zivilisation nennt eine weniger sichtbare aber weitaus umfassendere systemeigene Zensur gibt.

Und noch mehr Öl ins Feuer…

Muslime in aller Welt fühlen sich beleidigt wegen der Karikaturen, es gibt Demonstration und auch gewalttätige Proteste. Was macht man da am besten? Man gräbt alte Bilder und Videos aus von den Folterungen im US-Gefägnis Abu Ghraib und sendet sie. Muss das sein? Die Täter sind bereits bestraft, es ist bekannt, dass es schlimmere Bilder gibt als die bereits vorher bekannten – welchen Informationswert haben die neuen Aufnahmen? Und warum ausgerechnet jetzt? Ich bin echt kein Freund der aktuellen US-Regierung, aber in diesem Punkt stimme ich der zu:

Die US-Regierung nannte die Veröffentlichung der Bilder «unglücklich». Sie könnten die Stimmung in der muslimischen Welt neu «aufheizen», sagte der Rechtsberater von Außenministerin Condoleezza Rice, John Bellinger, in Washington.

Im Iran sind wir dann mit dabei…

Wenmn man sich so durchliest, was einige SPD-Politiker derzeit so von sich geben können wir wohl davon ausgehen, dass die Bundeswehr bei einem Einmarsch in den Iran dabei sein „darf“. Mit Schröder wäre das nicht passiert 😉 Klar will keiner, dass der Iran Atomwaffen baut – aber ist die Situation im Moment nicht angespannt genug? Wäre es nicht hilfreich erst mal dafür zu sorgen, dass sich die Aufregung um die Karikaturen etwas legt bevor man der iranischen Führung neue Munition liefert mit der sie fanatsiche Islamisten anheizen können?

Die spinnen doch alle…

Je länger der Ärger um die Karikaturen dauert, desto mehr möchte man kotzen. Einige meinen das alles immer weiter anheizen zu müssen mit Karikatur-Wettbewerben, auf der einen Seite Mohammed-Zeichnungen, auf der anderen Seite Holocaust-Karikaturen und dann kommt raus, dass die dänische Zeitung “Jyllands-Posten” (ja genau, dass sind die mit den Mohammed-Karikaturen) vorher einige Jesus-Karikaturen aus Sorge um die Gefühle ihrer Leser abgelehnt hat.
Ist schon klar, Pressefreiheit bedeutet nicht, dass alles gedruckt werden müsste und Ausgewogenheit muss auch nicht sein – aber man wird ja mal über so was nachdenken dürfen… Ein Ende der Aufregung ist ja nun nicht in Sicht, im Gegenteil 🙁

Nur so viel noch dazu aus dem Interview mit Robert Gernhardt bei tagesschau.de:

tagesschau.de: Anders als im Christentum hat der Islam aber das Abbildungsverbot …
Gernhardt: … das es so aber gar nicht gibt. In dem entsprechenden Glaubenssatz aus einem Begleitbuch des Koran heißt es lediglich „Die Engel werden Häuser nicht betreten, in denen Hunde sind und bildliche Darstellungen“. Das erscheint mir sehr auslegungswürdig. Genau so gut könnte ein Islamist formulieren, dass alle Menschen, die Hunde im Haus halten, bestraft werden müssen. Wie viel wollen wir uns noch – um des lieben Friedens willen – an unsinnigen Auslegungen heiliger Schriften aufzwingen lassen?

Egal wie nun der genaue Wortlaut der Stelle auch ist, in dem Punkt dürfte sich der Koran nicht von den Schriften unterscheiden, aus denen die Bibel zusammengesetzt wurde: es bleibt viel Platz für Auslegung und Interpretation. Sind diese Interpretationen alter Texte wirklich so wichtig, dass man sich deswegen heute die Köpfe einschlagen muss?

Gar nichts mehr glauben

Es geht sicher nicht nur Johnny so: Ich glaube gar nichts mehr. Wenn man sich so anschaut, wie derzeit von Extremisten auf beiden Seiten versucht wird aus den Mohamed-Karikaturen einen Kulturkampf zu machen. Wer profitiert denn davon? Welche Gründe gibt es, die Sache immer weiter anzutreiben und immer mehr Öl ins Feuer zu giessen?
Johnny hat schon recht:

Ich glaube gar nichts mehr
Außer vielleicht daran, dass ich gerade Zeuge einer gewalt(tät)igen Inszenierung bin. Mir ist allerdings nicht völlig klar, wer die Regisseure sind.

Meinungsfreiheit?

Diese Karikaturen sorgen ja echt für einen Heidenspass (jaja, 5 Euro in die Wortspielkasse). Botschaften werden gestürmt, Fahnen verbrannt… der offenbar gut organisierte Protest weitet sich aus.
Und dann kommen Leute und meinen das noch anheizen zu müssen: der Herr Bartels ruft in seinem Weblog zu einem „Mohamed Karikatur Wettbewerb“ auf. Das alles im Namen der Meinungs- und Pressefreiheit. Nur: das hat mit Meinungs- und Pressefreiheit nichts, aber auch gar nichts zu tun.
Klar darf man seine Meinung frei äußern, auch in Form von Karikaturen. Und wenn dabei auch Mohamed in einer Karikatur abgebildet wird müssen das eben auch Moslems tolerieren. In seinem „Wettbewerb“ geht es Herrn Bartels aber nicht um eine Meinungsäußerung, sondern allein darum es „den Moslems mal zu zeigen“ (Erinnert mich ein wenig an die Steinigungsszene im Leben des Brian: „Jehova, Jehova“). Und vorsätzliche Beleidigungen muss man nicht tolerieren. Nicht umsonst gibt es da den §166 des Strafgesetzbuches – und das wiegt schwerer als ein rotes Parteibuch.
Satire ist das eine, Menschen und ihren Glauben beleidigen eine andere.

Die Sache mit den Karikaturen…

Okay, ziemlich viele Moslems fühlten sich durch die Mohammed-Karikaturen beleidigt. Ist nicht schön und es ist deren gutes Recht, keine Frage. Aber warum gibt es bei solchen Sachen immer gleich Mord- und Bombendrohungen? Kann man das nicht zivilisiert lösen? Der Vatikan erklärt ja schließlich auch nicht jedem Land den Krieg in dem Katholiken beleidigt wurden und der Papst ruft auch nicht mehr alle Gläubigen zu einem Kreuzzug auf.
Aktueller Spielstand laut telepolis: Islam – Pressefreiheit 1:0 – und da kommt sicher noch einiges hinterher…