Gendergaga

Gendergaga

Ernsthaft jetzt? Wir haben immer noch mit einer Pandemie zu tun, die Folgen der Pandemie werden uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Wir hinken bei der Digitalisierung anderen Ländern unfassbar weit hinterher. Mieten sind in einigen Gegenden diese Landes für Normalverdiener:innen unbezahlbar geworden. Ob Gesundheitssystem oder Sozialsysteme – die Baustellen in unserem Land sind groß und werden nicht weniger. Und dann war da noch dieser Klimawandel…

Und in so einer Situation haben einige von der Union kein anderes Thema vor der Bundestagswahl als die Frage, ob man Sternchen oder Doppelpunkte in Worte setzen darf? Was stimmt mit denen nicht? Ist das dieses Gendergaga, von dem immer die Rede ist? Keine Frage, ob nun Sternchen, Binnen-I oder Doppelpunkt, es ist ungewohnt und erfordert ein bisschen mehr Mitdenken beim Schreiben. Es gibt sicherlich auch Menschen, für die es beim Lesen eine zusätzliche Hürde darstellt, man kann über das Thema sicherlich lange, ausführlich und auch konstruktiv diskutieren. Aber in der aktuellen Situation ist das verdammtnochmal kein sinnvolles Thema für den Wahlkampf.

Wie wäre es denn mal mit Ideen, wie sichergestellt werden kann, dass alle Menschen in diesem Land noch bezahlbaren Wohnraum finden? Oder konkrete Konzepte, wie wir das mit der CO2-Reduktion denn schaffen sollen ohne dabei die soziale Ungerechtigkeit in unserem Land noch weiter zu vergrößern? Auch so ein paar Ideen zur Digitalisierung wären ganz cool. Aber auf alle diese und andere wichtigen Fragen hat die Union einfach keine Antworten. Nö, lieber spielt man Sprachpolizei und will anderen vorschreiben, wie sie zu schreiben und zu sprechen haben… geht’s noch?

Bleibt nur noch die Frage, wer es schafft, den Tiefpunkt in dieser sinnfreien Debatte noch unter das Niveau der Jungen Union zu drücken.

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Beitragsbild von Wokandapix auf Pixabay

Autor: Carsten Dobschat

Geboren 1974, links-liberal, früher Mitglied der SPD und Jusos, dann lange parteilos, später Piratenpartei, wieder parteilos und seit November 2016 wieder SPD-Mitglied - wenn auch mit Bauchschmerzen, aber man muss ja schließlich was tun gegen den Rechtsruck.

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