Vom Bock erschossen!

Vom Bock erschossen!Gestern wurde der erste Realease Canidat vonUbuntu 8.10 „Intrepid Ibex“ freigegeben. Mit hübschen Verbesserungen wie KDE 4.1 und vielem mehr. Daher konnte ich mich natürlich nicht beherrschen und musste den Versuch starten, meinen „furchtlosen Reiter“ zum Bock upzugraden. Das Ergebnis des Steinbocks war dann aber eher furcheinflößend. Von „unerschrocken“ keine Rede, viemehr hat der Bock mein „Thinkpad R61i“ erschossen.

Keine Maus (ok), Systemhalt beim Start (naja) und dazu keine Tastatur (ganz blöd). Aus diesem Grund, wird der Eintrag von mir gestern, wohl der einzige diese Woche bleiben, bis ich meine Dummheit ausreichend gebüßt und den Bock wieder aus meinem Garten vertrieben habe.

Heureka! Wissenschaftler finden Strohhalme im Heuhaufen.

Da versucht man sich nach einigen Tagen berufsbedingter Blogabstinenz auf den neuesten Stand zu bringen, und erstarrt staunend vor der Fähigkeit des medial aufbereiteten Umfrageblödsinns. Nichtmal zum schreiben eines vernünftigen Blogartikels kommt man dabei.

Im aktuellen Fall ist der Grund aber auch eher politisch angehauchter Medienzirkus, bei dem versucht wird, wissenschaftlich aufbereitet Offensichtliches nochmal kompetent festzustellen. Ist des Pudels Kern doch laut Ex-Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und dank der Bertelsmann-Stiftung die Frage:

Was ist mit den Kerlen los?

"Welche Lebensentwürfe und Rollenvorstellungen junge Männer heutzutage haben und wie groß ihr Wunsch nach Kindern ist, hat nun eine von der Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegebene Studie des Deutschen Jugendinstituts untersucht. Das Ergebnis: Mehr als 90 Prozent der kinderlosen Männer zwischen 15 und 42 wollen angeblich Kinder. Tatsächlich sind aber mehr als ein Drittel aller 35 bis 40-Jährigen kinderlos. "Es passiert offenbar etwas zwischen dem Kinderwunsch und seiner Realisierung“, sagte Thomas Rauschenbach, Leiter der Studie "Wege in die Vaterschaft“ und Direktor des Deutschen Jugendinstituts."

Anders als es bei diesem Titel vielleicht vermuten lässt, geht es dabei
aber nicht um sexuelle Aufklärung, sondern um das Rollenbild des
"modernen" Mannes, zwecks Analyse seiner Kinderlosigkeit. Bereits
gefesselt von oben zitierter Meisterleistung des menschlichen
Verstandes geht es aber noch weiter: „Heureka! Wissenschaftler finden Strohhalme im Heuhaufen.“ weiterlesen

Allweiser „16FC478“

Heise.de : Interpol will zentrale Biometriedatenbank

taz.de :  Mit Fleiß ins Elend

Das Buch "Arm durch Arbeit", recherchiert im Wallraff-Stil, erzählt von "ganz unten" – aus der Hartz-IV-Perspektive

spiegelfechter.com : Die große Dekompression

Deutschland nimmt dabei in beiden Bereichen im OECD-Vergleich für die letzten Jahre einen traurigen Spitzenplatz ein – in keinem
Industriestaat der Welt haben sich die Einkommen zwischen 2000 und 2005 so sehr auseinander bewegt wie in Deutschland.

fr-online.de : Chance eines Neuanfangs vertan

Ich würde mir ein anders Krisenmanagement wünschen. Denn bevor die
Kanzlerin dazu kommt, den Ordnungsrahmen zu zimmern, jubelt die Börse längst: Der Finanzkapitalismus ist tot. Es lebe der Finanzkapitalismus!

stefan-niggemeier.de : Schlechter Online

"Die Verlage und Sender probieren im Internet gerade aus, ob es nicht auch mit weniger Journalismus geht."

zum Thema Jörg Asmussen:

sueddeutsche.de : Bankaufseher warb für lasche Bankaufsicht

sueddeutsche.de : Asmussens Rollenspiel

Ist schon klar…

Galt nicht mal die Privatisierung von allem als das große Allheilmittel? Von wegen „der Markt wird’s schon richten“ und so. Was wurde uns nicht alles versprochen, es würde alles besser, schneller, billiger, toller, bunter…
Und nun? Kaum kommen ein paar andere Staaten und wollen sich in die frisch (oder auch nicht mehr so frisch) privatisierten Unternehmen einkaufen oder gar die Mehrheit übernehmen zusammen mit ein bisschen Finanzkrise, schon soll die schöne Privatisierung zumindest ein bisschen zurück genommen werden.

Ohrenschmalz „141FDB8“

hr2 wissenswert
Ubuntu: Ein PC- Betriebssystem macht Karriere

hr2 Der Tag
Die Notstandsrepublik – auf dem zum autoritären Kapitalismus

Chaosradio
CR139 Biometrische Ausweisdokumente – Jetzt erfassen wir alle

WDR5 Politikum
Finanz- und Umweltkrise lassen sich gemeinsam lösen, sagt UNEP-Chef Steiner
Der schwierige Versuch, einen multinationalen Konzern vor Gericht zu bringen
Wie reiche Bundesländer von den Unis der armen profitieren
E-Books – das Todesurteil für das klassische Buch?
Politikum vom 20.10.2008

Zukunftsinvestment Demokratierendite?

„Wir greifen hart durch, damit sich das, was wir erlebt haben, nicht noch einmal wiederholt. […] Wir haben heute einen ersten Baustein für eine neue Finanzmarktverfassung beschlossen".

Dieses schönen Worte unserer Kanzlerdarstellerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung vom letzten Montag, sollen also den Weg für eine zukünftige Struktur der Kapitalmärkte vorgeben. Die Koalition als starke Ordnungsmacht, die uns vor den bösen Turbokapitalisten rettet, die das Finanzsystem ins Chaos gestürzt haben; so der allgemeine Tenor der Aussage. Um entsprechende Vorschläge für die neue Finanzmarktverfassung auszuarbeiten, wird also derzeit ein Gremium mit dem etwas sperrigen Namen "Expertenkommission der Bundesregierung zur Reform der internationalen Finanzmärkte" gegründet.

Ob und wie eine solche Verfassung zukünftig aussieht und wem sie nutzt, wird wohl die Zukunft zeigen müssen. Kritische Fragen scheinen aufgrund des derzeitigen Vorgehens und der entsprechenden Personalien allerdings durchaus berechtigt. Neben dem, was eine Verfassung inhaltlich ausmacht, teilt uns die Wikipedia  folgendes zum Begriff der "Verfassung" mit:

"[…]Die Verfassungsgebende Gewalt geht in demokratischen Staaten vom Volke aus.".

Nun ist dieser Ansatz für die erwähnte "Finanzmarktverfassung" sicher etwas weit gesteckt. Nichtsdestotrotz zeigt ein Blick in die Geschichte durchaus, dass an einer Verfassung (wenn möglich) ALL jene mittelbar oder unmittelbar Mitarbeiten, die ihr letztlich unterworfen sind. Für eine Finanzmarktverfassung ließe sich also annehmen, dass Repräsentanten aller Gruppen an ihrer Ausarbeitung beteiligt sind, die später mit den in Ihr getroffenen Regelungen leben müssen und nicht nur Vertreter jener Branche und Ideologie, die uns erst in die Krise geführt haben. Statt dessen kann man durchaus den Eindruck bekommen, dass hier alles Neu gemacht werden soll, ohne etwa anders machen zu müssen.

„Zukunftsinvestment Demokratierendite?“ weiterlesen

Allweiser „132BB78“

ARD: Plusminus – Deregulierung als Ursache der Krise

Weissgarnix : Die Elite rettet sich selbst.

Zeit.de : Die Neunmalklugen – Neoliberalismus

Spiegelfechter: Wenn sich der Bock zum Gärtner macht

ad sinistram : Ablaßhandlungen

politik.de : Der Mensch hinter dem Blogger IV -h Wolfgang Lieb von den NachDenkSeiten

Arbeit gespart dank F!XMBR

Eigentlich sollte hier ein Artikel über die Kandidaten der CDU für den Chefposten jener Expertengruppe stehen, die neue Vorschläge zur Reform des Finanzsystems ausarbeiten soll und deren Verflechtungen zur ISNM (Initiative neue soziale Marktwirtschaft) sowie deren Tochterorganisationen wie den Frankfurter Zukunftsrat. Allesamt miteinander verbundene neoliberale Lobbyorganisationen/Thinktanks die in den letzten Jahren massivst für jene Ideologie getrommelt haben, die die jetzige Krise erst ermöglicht hat. Auf das Thema gebracht, hat mich dieser Artikel auf F!XMBR und ein Bericht in der Süddeutschen den ich gestern gelesen habe. Das Tippen kann ich mir allerdings jetzt sparen. 🙂

Denn bei F!XMBR hat man den gleichen SZ-Artikel gelesen und natürlich seinen Grundgedanken weiterverfolgt.
In dem Fall, darf sollte man also durchaus mal mit dem nackten Link auf andere Leute zeigen. Danke.

Rüberzeig –> Lesebefehl!

Die „Innen“- Absichten der Koaliton?

"Reichen zur Abwehr eines besonders schweren Unglücksfalls polizeiliche Mittel nicht aus, kann die Bundesregierung den Einsatz von Streitkräften mit militärischen Mitteln anordnen. Soweit es dabei zur wirksamen Bekämpfung erforderlich ist, kann die Bundesregierung den Landesregierungen Weisungen erteilen.

Maßnahmen der Bundesregierung nach den Sätzen 1 und 2 sind jederzeit auf Verlangen des Bundesrates im Übrigen unverzüglich nach Beseitigung der Gefahr aufzuheben. Bei Gefahr im Verzug entscheidet der zuständige Bundesminister. Die Entscheidung der Bundesregierung ist unverzüglich nachzuholen."

Beschlossen wurde diese Änderung des Artikel 35 GG im Koalitionsausschuss von CDU und!! SPD-Führung während der "Nacht der langen Messer" "langen Nacht der Finanzkrise". Das wurde erst einmal sehr leise kommuniziert und ist daher in der Finanzkrise untergegangen (hoppala). Als "schweren Unglücksfall" sieht die CDU jetzt wohl auch den Rückzieher der SPD von der vereinbarten Änderung. Damit ist diese Formulierung zwar vorerst vom Tisch, nur aufgeschoben ist leider nicht aufgehoben. Ein "Kompromissvorschlag" soll erarbeitet werden.

 Wie dem auch sei. Der Bundeswehreinsatz im Inneren steht auf der Agenda und ich selbst kann mich dazu eigentlich nur wiederholen:

"…Hier wird versucht sich im Tagesgeschäft durch Verwischen von Grenzen Spielräume zu erschleichen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, welche Gefahren in Zukunft aus eben diesen Spielräumen enstehen können…"

Darüber ließe sich jetzt ja noch vieles schreiben. Muss man aber nicht, denn hier:

HR2 Kultur – Kontrovers: Der Soldat als Polizist – Wie viel Uniform verträgt unsere Demokratie? [Podcast-Feed]

wurde dazu bereits alles gesagt. Absolut hörenswert!


Auch ganz lehrreich, wenn auch weniger Informativ ging es gestern in der Phoenix-Runde zu:

"Feuer frei – Soldaten als Polizisten?"

Bleibt einem dann nur noch kurz im Archiv zu kramen, ist der Stichpunkt von Herrn Bosbach bei Phoenix doch "Lebenswirklichkeit". Nur gehören zu dieser mehr als ein Blickwinkel, dass vergisst er manchmal (so) gern.

Wir erinnern uns also:

G8: Bundeswehreinsatz im Inneren , Wie wird man Terrorist? ,Wann beginnt die Rechtsbeugung? ,Staatsschutz lauscht "Wind of Change"

oder "Von Chemikalien, Aquarianern, Sprengstoffen und Drogen." Hobbychemiker seid gewarnt 🙂

Wer das alles kaum glauben kann, dem empfehle ich mal nach "Andrej Holm" zu googeln.
So irreal können deutsche Sicherheitsinstitutionen sein.