Unterstützung für Merkel

War ja klar, da diskutieren SPD und Union über die Kanzlerfrage und es dauert nicht lange bis daraus eine böse Diskrimierung von Frau Merkel wegen ihres Geschlechts gemacht wird. Das ist so lächerlich. Gerade wenn es um die Gleichberechtigung geht kann die Union gegenüber der SPD ja kaum Punkte sammeln – aber klar, sie haben eine Kanzlerkandidatin. Na wie toll. Das ist natürlich bedeutender als jahrelanges Bemühen um Gleichberechtigung.
Und um die Fragen mal zu beantworten:

„Aus welchem Grund greift die SPD in die Personalpolitik der Union ein, und warum will sie ausgerechnet die Kanzlerkandidatin stürzen?“, fragen die Unterzeichner weiter.

Der Grund für den „Eingriff“ ist klar: SPD und Union sind fast gleichauf bei den Stimmen (0.9% sind nun nicht so ein grosser Unterschied), wenn man die Ergebnisse der Parteien statt der Fraktionen vergleicht, dann liegt die SPD sogar vor der CDU, aber egal. Tatsache ist: eine Koalition aus beinahe gleich starken Partnern kann nur funktionieren, wenn beide Seiten akzeptieren, dass sie „auf gleicher Augenhöhe verhandeln“ – und bei der Akzeptanz dieser Tatsache tut sich vor allem die Union noch sehr schwer. Es kann aber nicht angehen, dass die Union diktiert, wer Kanzler wird – da sollte sich doch in der Union ein Kandidat oder eine Kandidatin finden lassen, die auch für die SPD in einer grossen Koalition wählbar ist.

„Hat die Ablehnung einer Kanzlerin etwa mit ihrem Geschlecht zu tun?“

Nein, ganz sicher nicht. Selbst wenn Frau Merkel ein Mann wäre oder ein Neutrum oder was auch immer: es geht hier um die Person und die Politik für die sie steht, ganz unabhängig vom Geschlecht. Um es mal mit den Worten der Titanic zu sagen: Das Merkel darf nicht Kanzler werden! Die Wähler wollten die Politik für die Frau Merkel steht offensichtlich nicht, genauso wenig wie sie die Politik von Gerhard Schröder so weiter wollten. Also wird es Zeit, dass beide ihren Anspruch auf das Kanzleramt fallen lassen, Union und SPD sich inhaltlich einigen und anschließend die Personalfrage geklärt wird.

Autor: Carsten Dobschat

Geboren 1974, links-liberal, früher Mitglied der SPD und Jusos, dann lange parteilos, später Piratenpartei, wieder parteilos und seit November 2016 wieder SPD-Mitglied - wenn auch mit Bauchschmerzen, aber man muss ja schließlich was tun gegen den Rechtsruck.

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