Terror – ich kann es nicht mehr hören

Terror - ich kann es nicht mehr hören

Egal was man in diesen Tagen liest, über das Wort „Terror“ oder „IS“ stolpert man fast überall. Unglaublich, wie sich unsere Gesellschaft von zwei dilettantisch verübten Anschlägen in Aufruhr versetzten lässt und das ganze medial noch bestärkt wird. Wahrscheinlich liegt der Grunde der Aufruhe und des Aufhorchen auch nur am medialen Rummel um die Vorkommnisse der letzten Tage.

Terror in Deutschland

Nüchtern betrachtet muss man aber zugeben, dass das nicht der große Anfang einer Terroroffensive gegen Deutschland war, wie man es dieser Tage des öfteren lesen kann. Es waren „lediglich“ zwei Angriffe von vermutlich geistig labilen Einzeltätern. Jetzt kann man diese Aussage als Vermutung abtun, nichts anders ist aber die Behauptungen des großen Anfangs. Jeder einzelne Anschlag in Frankreich hat mehr Opfer gefordert als die zwei Anschläge in Deutschland. Das liegt zum einen daran, dass Deutschland noch immer nicht auf Platz Nummer 1 der Feinde des sogenannten islamischen Staates ist – wahrscheinlich nicht mal unter den „Top 5“ – und zum anderen an der durchaus erfolgreichen Arbeit der deutschen Terrorabwehr und Polizei. Man möge sich einmal den Abend des Amoklauf in München, vergangenen Freitag vor Augen führen. Wie professionell, konsequent und schnell die bayerische Polizei alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen hat.  Bei jeder neuen Meldung von Schüssen im Münchner Stadtgebiet hat es keine fünf Minuten gedauert bis die Polizei am vermeintlichen Tatort war, die Lage konzipiert hat und Entwarnung geben konnte. Die deutsche Polizei – allen voran die bayerische Polizei – ist leistungsstark und schlicht und ergreifend top ausgebildet. Natürlich kann es nie vollständige Sicherheit geben, aber alles erdenklich mögliche wird für die Sicherheit unserer Bürger getan. Die Gefahr in Deutschland von einem herabfallenden Klavier erschlagen zu werden ist immer noch höher, als durch einen terroristischen Anschlag zu sterben.

Ich kann nur immer wieder erwähnen, dass das Ziel eines Terroranschlags vor allem in der Verunsicherung der Bevölkerung und der Einschränkung der freien Welt besteht. Es wird beabsichtigt, dass wir unser Leben durch solche Ereignisse beeinflussen lassen, es umstellen und fortan in Angst leben. Genau das passiert in Deutschland derzeit. Es wird von der Bevölkerung, insbesondere über soziale Netzwerke, und durch die Medien, in allen erdenklich möglichen Formen, Angst geschürt und geteilt. Damit wird den Attentätern von Deutschland nun doch noch der Sieg geschenkt, der ihnen eigentlich schon aus den Fingern geglitten war, nachdem sie – aus ihrer Sicht – nicht sonderlich erfolgreich gewesen sein können. Die Bundeskanzlerin begeht dieser Tage diesen Fehler nicht. Sie reagiert genau richtig und eben nicht wie Präsident Hollande in Frankreich. Sie gibt nicht unmittelbar nach jedem Ereignis ein Statement ab und reist nicht innerhalb von wenigen Stunden an den Ort des Verbrechens. Damit sendet sie ein ganz klares Zeichen: Deutschland lässt sich nicht von Terror beeinflussen. Das ist das wichtigste Statement dieser Tage, dass wir alle setzten sollten. Ungeachtet dessen sollten wir natürlich der Opfer gedenken, aber dabei nicht dem Terror nachgeben.

Meine Gedanken und mein Mitgefühl gelten den Opfern von Würzburg und München sowie deren Angehörigen. Der Schmerz sitzt tief. Wir dürfen uns aber nicht verunsichern und klein kriegen lassen.

Autor: René Schnitzer

Politisch aktiv bei der CSU seit 2007, beruflich tätig im juristischen Bereich. "Politik geht jeden etwas an"

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