Stoiber, der Unentschiedene

Mal eine Frage an die CSU-Wählern, also knapp 60% der wählenden Bevölkerung in Bayern: Fühlt Ihr Euch eigentlich kein bisschen verarscht, dass der Spitzenkandidat der CSU sich noch nicht mal entschieden hat, ob er überhaupt sein Mandat wahr nehmen will, welches Ihr ihm mit Euren Stimmen verschafft?
Man erwartet ja heute nicht mehr viel von Politikern, zum Beispiel käme keiner mehr auf die Idee von einem Politiker zu verlangen die Wahrheit zu sagen oder gar Versprechen zu halten. Aber zumindest könnten die sich doch darauf beschränken nur dann für ein Amt zu kandidieren, wenn sie es auch wahr nehmen wollen? Oder ist sogar schon das zu viel verlangt?

Autor: Carsten Dobschat

Geboren 1974, links-liberal, früher Mitglied der SPD und Jusos, dann lange parteilos, später Piratenpartei, wieder parteilos und seit November 2016 wieder SPD-Mitglied - wenn auch mit Bauchschmerzen, aber man muss ja schließlich was tun gegen den Rechtsruck.

4 Gedanken zu „Stoiber, der Unentschiedene“

  1. Hier in Bayern geht das etwas anders. Du wählst die CSU. Deren Obercheffe wird dann Ministerpräsident. Wer das eigentlich ist, ist völlig egal. Hauptsache er ist der Chef der CSU. Denn wenn er nicht der Chef der CSU wäre, könnnte man ihn schließlich nicht wählen. So ist das hier in Bayern.

    P.S. Wer Ironie findet darf sie behalten.
    P.P.S. Sämtliche Ähnlichkeiten mit der Wirklichkeit wurden von anderen hergeführt und stammen nicht vom Autor.

  2. Nein, ich fühle mich nicht verarscht. König Edmund der Einzige hat das schönste politische Amt Deutschlands: Bayerischer Ministerpräsident. Dieses Amt hat er lebenslänglich, bei einem Wechsel nach Berlin könnte die Herrlichkeit nach vier Jahren wieder vorbei sein. Und er muß sich mit einem Koalitionspartner herumärgern – das sind Bayern nicht gewohnt.
    Und zur Wählerverarsche darf ich an Günther Koch (SPD) erinnern, der seinen Job beim BR dem Landtagsmandat vorzog.

  3. ->Jörg: Als Stoiber die ersten Male König von Bayern wurde, war Theo Waigel CSU-Vorsitzender.

    ->Trantor: Zu deinem ersten Absatz: Schön, daß du begründest, warum Stoiber nicht hier wegwill. Was hat das dann aber damit zu tun, daß er Listenplatz Nr. 1 für sich beansprucht.
    Zum zweiten Absatz: Günther Koch mit Stoiber zu vergleichen, ist -nun ja- „gewagt“. Die Aktion wird ihm aber nicht nur von Wählern, sondern auch von der SPD reichlich übel genommen.

  4. Nach Meinung von Ede, dem Blender, gehöre ich zu der Bevölkerungsschicht in Bayern, die nicht so clever sind. Das zumindest geht aus dem Umkehrschluss seiner Rede von vor ein paar Tagen hervor. Nun, daraus kann man sich was machen oder nicht. Jedenfalls bin ich nicht so beschränkt, seine Partei zu wählen.
    Denn wer so dämlich lügt („Wir […] haben die Wahl gewonnen“), wer sagt, dass die Arbeitszeit nicht verlängert wird und es dann doch tut, wer sagt, dass keine Kürzungen bei Geldern in der Jugendarbeit vorgenommen werden und es dann doch tut, der verdient weder meine noch eure Stimme, liebe Leserinnen und Leser!

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