Manche kapieren es nicht

Die Diskussion um das Wahlkampfmotto des MdB Nitzsche hören nicht auf. Traurig daran ist: einige kapieren es einfach nicht, wie zum Beispiel Herr Milbradt, Sachsens Ministerpräsident:

Er habe nichts gegen die einzelnen Begriffe in Nitzsches Wahlkampfslogan „Arbeit, Familie, Vaterland“, sagte Milbradt dem Sender MDR Info.
[…] „Es wäre eine Deformation des Denkens, wenn solche Begriffe nicht mehr verwendet werden dürfen“, zitierte Milbradt seinen Amtsvorgänger Kurt Biedenkopf. Auf den Einwand, dass die Parole von der NPD benutzt worden war, erwiderte er: „Wir sollten uns davor hüten, dass bestimmte Ausdrücke wie ‚Vaterland‘, nur weil sie mal von den Nazis gebraucht worden sind oder jetzt von der NPD, dann für die öffentliche Diskussion tabu sind.“

Also noch mal langsam zum Mitdenken für Herrn Milbradt: keiner will den Begriff „Vaterland“ verbieten oder „Familie“ oder „Arbeit“ – aber diese drei zusammen in einem Slogan zu verwenden, den die NPD letztes Jahr zum Motto ihres Bundesparteitags gemacht hat (von der älteren Geschichte des Slogans abgesehen) ist nun mal nicht angebracht.
Aber es gibt zum Glück auch in der Union noch Politiker, die das Problem zumindest teilweise erkannt haben und Herrn Nitzsche jetzt auch auffordern diesen Slogan einfach sein zu lassen:

«Ich denke, wenn ein Slogan von einem Großteil der Bevölkerung falsch gedeutet werden kann, oder wenn mit diesem Slogan unrühmliche politische Ereignisse verbunden sind, dann dürfte es für einen Politiker eigentlich kein Problem sein, diesen Slogan zurückzuziehen», sagten Eggert der Netzeitung.

Autor: Carsten Dobschat

Geboren 1974, links-liberal, früher Mitglied der SPD und Jusos, dann lange parteilos, später Piratenpartei, wieder parteilos und seit November 2016 wieder SPD-Mitglied - wenn auch mit Bauchschmerzen, aber man muss ja schließlich was tun gegen den Rechtsruck.

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