Du bist destruktiv

Wir Blogger sind also nicht Deutschland, wir sind destruktiv. Jawohl. Und zwar sagt das Michael Trautmann, Mitinitiator der „Mut-Mach-Kampagne“ „Du bist Deutschland“. Na und wer so eine tolle „Mut-Mach-Kampagne“ baut, der muss es doch wissen, oder?
Wie gut, dass ihm von Michael beim Küchenkabinett schon geantwortet wurde:

Der Aufreger ist nicht, dass jemand sagt: “Lasst uns voranschreiten” und versucht ein positives Licht auf dieses Land zu werfen. Der Aufreger ist, dass ihr 30 000 000 Euro nehmt und sie ähnnähernd sinnfrei verballert, statt die Kohle zu nehmen und für ein Jahr 500-1000 Arbeitsstellen zu schaffen. Nicht wir sind die Heulsusen, ihr seid die Heulsusen. Ihr seid es doch, die glauben, in diesem Land wolle man nicht so richtig. Deswegen fahrt ihr auch diese “Gänsehaut”-Kampagne auf, die eigentlich eine Beleidung für all jene ist, die gerne würden aber nicht können. Wir glauben deswegen: Ihr wollt nicht so richtig. Sonst würdet ihr nämlich das Geld nehmen (ihr habt es ja) und damit handeln, sprich investieren, und damit dazu beitragen, dass andere wirklich bald wieder können. Was für eine Unverschämtheit zu behaupten, Klein-Bloggersdorf wäre so destruktiv, wo doch (erstens) Eure Kampagne nur auf destruktiven Annahmen über dieses Land beruht und (zweitens) ihr es nicht ertragen könnt, dass man Euch dafür auch noch den Spiegel vorhält. Liebe Damen und Herren. Wie lautet das schöne Motto der Lebenshilfe e.V.: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Und nicht außer man beschreit es. Wenn ich demnächst mal in den Nachrichten lese: Medien und Sternchen schliessen sich zusammen und starten Beschäftigungsprogramm in Höhe von 30 000 000 Euro. Dann lobhudel ich Euch, bis ihr umfallt.

So ist es, so und nicht anders.

BTW, liebe Frankfurter Rundschau: „kultisch verehrt“? Das meint Ihr jetzt aber nicht ernst, oder?

Autor: Carsten Dobschat

Geboren 1974, links-liberal, früher Mitglied der SPD und Jusos, dann lange parteilos, später Piratenpartei, wieder parteilos und seit November 2016 wieder SPD-Mitglied - wenn auch mit Bauchschmerzen, aber man muss ja schließlich was tun gegen den Rechtsruck.

7 Gedanken zu „Du bist destruktiv“

  1. Hach, Kultismus ist doch was Feines, das darf man so nicht so ernst nehmen. Es gibt Ecken, da kann man sich ein bisschen reindrücken lassen, ohne sich gleich unwohl zu fühlen.

    Und die FR war dem Spreeblick-Blogs auch noch was schuldig…

  2. Dazz hat einen schönen Artikel zur „Du bist Deutschland“-Kampagne geschrieben, dem ich mich nur voll und ganz anschließen kann. Sehr schön:Die hier medial angesprochenen Zielgruppen befinden sich oft in finanziellen Situationen, die ihnen nicht einmal den

  3. Ich finde es schade, dass soviele Menschen sich gegen die „Du bist Deutschland“ Kampagne auflehnen und sie schlecht machen.
    Mir ist auch die obige Argumentation im wirtsch. und marketingbedeutenden Sinne nicht schlüssig. Es macht einfach keinen Sinn, 500-1000 Arbeitsplätze zu schaffen, nur, um sie dann (nach einem Jahr) wieder auf die Straße zu setzen. Viel sinnvoller ist eine großangelegte Medienkampagne, die Menschen dazu bewegt, selbst Arbeitsplätze zu schaffen – welche dafür dann aber nachhaltig sind. Das ist das Problem mit den Menschen, immer wenn sie nicht direkt sehen, dass etwas passiert, schlussfolgern sie, dass nichts passiert. Aber die Kampagne schafft eine positive Grundstimmung und ist somit eine überaus gute Investition. Du bist Deutschland!

  4. Dennis, es regen sich so viele Leute über die Kampagne auf und machen sie schlecht, weil sie genau das ist – schlecht.
    Dir ist die Argumentation mit den 500 – 1000 Arbeitsplätzen im wirtsch. und marketingbedeutenden Sinne (was soll das denn bedeuten?) nicht schlüssig, weil die Leute ja sowieso wieder auf der Straße landen. Nur, wenn ich ob dieser tollen Kampagne und der super Stimmung, jetzt selber Arbeitsplätze schaffe, dann sind die natürlich im nächsten Jahr alle noch bei mir beschäftigt. Was ist das denn für eine Argumentation?
    Wenn wir nur alle gute Stimmung haben, dann klappt es auch wieder mit den Arbeitsplätzen (oder war’s der Nachbar)?
    Aufklärung bitte!

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