Die Geister, die ich rief…

Ich würde ja was wetten, dass sich Angie Merkel in der Zwischenzeit ernsthaft fragt, ob Kirchhof in ihr „Kompetenz“-Team zu holen nicht einfach eine bescheuerte Idee war. Kaum ist er drin, muss sie ihn auch schon zurück pfeifen – nur lässt er sich nicht so richtig zurück pfeifen, wie auch eine Reihe anderer Unions-Politiker. Zumindest hat er mal eine Diskussion zur Vereinfachung des Steuersystems in Gang gebracht – auch wenn man (wie ich) seinen Vorschlag einer Einheitssteuer nicht für ideal hält, zumindest die Richtung stimmt. Weg mit den komplizierten Ausnahmen und einfache Regeln und Steuersätze… Nur sollte man dabei weiterhin den Grundsatz „wer viel hat kann auch viel beitragen“ bei den Steuersätzen berücksichtigen. Da mögen noch so viele schreien, es wäre gerecht, wenn alle 25% zahlen – fair ist es nun mal nicht. Vor allem würde ein Einheitssteuersatz von 25% gerade für die unteren Einkommen eine massive Steuererhöhung bedeuten (von 15 auf 25%), während es für die Spitzenverdiener eine prima Steuersenkung wäre. Was daran gerecht sein soll konnte mir bisher keiner schlüssig erklären, genau so wenig, wo da die Bezieher niedriger Einkommen profitieren sollen. „Super, es ist viel einfacher, dafür zahle ich nur noch fast das Doppelte?“ Ich weiss ja nicht…

Autor: Carsten Dobschat

Geboren 1974, links-liberal, früher Mitglied der SPD und Jusos, dann lange parteilos, später Piratenpartei, wieder parteilos und seit November 2016 wieder SPD-Mitglied - wenn auch mit Bauchschmerzen, aber man muss ja schließlich was tun gegen den Rechtsruck.

2 Gedanken zu „Die Geister, die ich rief…“

  1. Auch wenn ich im Großen und Ganzen zustimme, ist die Berechnung falsch, aber vermutlich beabsichtigt. Es ist ein Freibetrag geplant, der dazu führt, dass niedrige Einkommen nicht höher als bisher belastet werden.

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