So langsam wird der Wahlkampf richtig spassig

Stoiber hat es wirklich geschafft den Wahlkmapf ein wenig aufzumischen. Seine Äußerungen über kluge Bayern und frustrierte Ostdeutsche (kann man sich auf www.waehlerverarschung.de anhören) führen dazu, dass sich inzwischen selbst Unionskollegen von ihm distanzieren (aber natürlich nicht alle, einige machen gleich mit beim Ost-Bashing). Man fragt sich, was Stoiber dazu bringt den Wahlkampf der Union zu sabotieren und das wiederholt? Ist er so gefrustet 2002 versagt zu haben, dass er es Merkel unbedingt versauen will? Nach dem Motto: „Wenn ich nicht… ähhh… Kanzler werde, dann… ähhh… die Merkel auch nicht!“
Natürlich wird inzwischen eifrig versucht die ganze Sache abzuschliessen, Stoiber, Beckstein, Söder und jede Menge anderer Unionspolitiker arbeiten fleissig daran Stoibers Wähler-Beschimpfungen umzudeuten und liefern die gewagtesten Interpretationen. Derweil erfährt man: Wählerbeschimpfungen (oder auch Publikumsbeschimpfung) scheinen zum Standard-Reportoire von Stoiber-Auftritten zu gehören:

Wie das Magazin «Der Spiegel» berichtet, erzählte Stoiber in Niederbayern von seinen Auftritten in Jena und Eisenach, wo er die dortigen Zuhörer gefragt habe: «Seid ihr euch bewusst: Ihr habt hier Plakate mit Lafontaine. Und der Mann, der im Grunde genommen gegen die Wiedervereinigung war, den feiert ihr jetzt als Helden? Ja, seid ihr denn verrückt geworden? Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.»

Und da soll er auch gleich noch eins drauf gesetzt haben:

«Ich bin mir nicht ganz sicher, ob alle das auf dem Marktplatz richtig verstanden haben. In Bayern mit Sicherheit.»

Und dann folgt prompt das nächste Ablenkungsmanöver: Die CSU wirft der CDU mangelndes Engagement im Wahlkampf vor. Engagement wofür? Eigentlich brauchen CDU und CSU gar keine politischen Gegner – die zerlegen sich doch gegenseitig…
Spassiges Detail am Rande: ausgerechnet Schönbohm fordert Stoiber auf, sich zurück zu halten.

Will sonst noch jemand Popcorn?

Die FPD legt an Tempo zu

Zumindest was das Einknicken gegenüber den Forderungen ihres Wunsch-Koalitionspartners angeht: Eine Mehrwertsteuererhöhung wird nicht mehr kategorisch abgelehnt. So kennen wir die FDP… Trotzdem wird natürlich betont, die FDP wäre kein Anhängsel der Union. Klar, auf keinen Fall, wie kann man so was nur denken?

Das sollte man doch mal lesen

Unternehmen spenden Parteien Geld. Nicht neu. Einige Unternehmen spenden Parteien auch sehr viel Geld. Auch nicht neu. Aber welche Unternehmen spenden eigentlich welchen Parteien wie viel Geld genau? Die IG Metall hat das für den Zeitraum 2003 bis 2005 mal ausgewertet. Die Auswertung basiert auf den Veröffentlichungen von Parteispenden über 50.000 Euro. Darüber sollte man sich als Wähler durchaus mal informieren, bevor man sein Kreuz macht – man kann ja immerhin davon ausgehen, dass die Unternehmen nur den Parteien spenden, von denen sie ihre Interessen am besten vertreten glauben…

(via LobbyControl)

Umfragen mal wieder

So langsam scheint der Vorsprung von schwarz-gelb in den Umfragen zu schrumpfen. Zumindest in der Umfrage von Infratest liegt schwarz-gelb nur noch bei 48%, so viel bekämen auch SPD, Grüne und Linkspartei. Aber in anderen Umfragen sieht es anders aus – genau wissen wir es erst nach der Wahl, aber zumindest scheint es doch noch mal ein bisschen spannend zu werden und die Union hört vielleicht langsam mal auf, sich heute schon als Wahlgewinner aufzuspielen…

Ein echter Erfolg der Linkspartei

So wie es scheint hat das Bündnis von WASG und Linkspartei zumindest einen echten Erfolg erzielt:

Doch im anschwellenden Wahlkampf spielen andere den Bürgerschreck, und NPD und DVU sind in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Die Linkspartei hat ihnen das Scheinwerferlicht gestohlen.

Dagegen dürfte kaum jemand was haben: die Gefahr eines Einzugs der NPD in den Bundestag scheint nicht mehr existent – und bei Lafontaine und Gysi wissen wir zumindest schon mal, dass sie sich im Bundestag gesittet benehmen können… kann nur sein, dass sie vielleicht schon vor Feierabend verschwinden 😉